Sunday, March 25, 2012

Griechische Revolution


Die Griechische Revolution (1821–1829), auch Griechischer Aufstand oder Griechischer Unabhängigkeitskrieg genannt, bezeichnet den Kampf der Griechen gegen die Herrschaft der Osmanen und für eine unabhängige griechische Republik. Das Bestreben nach Unabhängigkeit wurde zunächst vor allem aus taktischen Gründen von den Großmächten FrankreichGroßbritannien und Russlandunterstützt. Der 25. März 1821 markiert den Beginn der griechischen Revolution und ist Nationalfeiertag in Griechenland.
Der Eid im Kloster Agia Lavra am 25. März 1821

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Voraussetzungen [Bearbeiten]

Gesellschaft [Bearbeiten]

Mit der Eroberung des byzantinischen Konstantinopel durch die Osmanen im Jahre 1453 endete zwar nicht das griechische Gesellschaftsleben, sie führte jedoch zu einer Flucht allem voran von Gelehrten, die sich in Westeuropa oder in Gebieten, die noch unter anderer Herrschaft waren, wie z.B. Kreta, niederließen. In Italien trugen sie wesentlich zum Entstehen der Renaissance bei.
Die Osmanen installierten in ihrem Herrschaftsgebiet das Millet-System, das den im Reich lebenden Christen und Juden bestimmte Rechte zusicherte. Im Gegenzug wurde den Angehörigen dieser Religionsgemeinschaften, den „Schutzbefohlenen“, das Tragen von Waffen untersagt und sie wurden dazu verpflichtet, die sogenannte „Kopfsteuer“ zu zahlen. Gegenüber den übrigen christlichen Völkern des Balkans genossen die Griechen im Rahmen dieser Regelung jedoch von vornherein einige Sonderrechte, die sie über die folgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte zu vermehren vermochten.


Natürlich galten diese Sonderrechte nicht den Griechen im Allgemeinen. Der einfachen griechischen Landbevölkerung ging es nicht anders als beispielsweise den Serben oder den christlichen Albanern. Insbesondere wurde der bereits vorher vernachlässigte, an Homer orientierte Unterricht im Lesen und Schreiben abgeschafft, was in der Landbevölkerung den Analphabetismus erzeugte. Allerdings war der griechisch-orthodoxe Klerus (der nicht nur aus ethnischen Griechen zusammengesetzt war) in der osmanischen Gesellschaft durchaus privilegiert. Er kontrollierte nämlich im Namen der Hohen Pforte die orthodoxe Religionsgemeinschaft. Dabei unterschieden die Türken nicht weiter zwischen griechischen und slawischen Christen, als sie dem griechischen Klerus sämtliche religiöse, erzieherische und administrative Macht über sie übertrugen.
Da der Patriarch weiter in Konstantinopels Stadtteil Phanari, dem heutigen Stadtteil Fener, residierte, blieben diese Stadt und vor allem dieser Stadtteil für die Griechen des Osmanischen Reiches weiterhin kulturelles und religiöses Zentrum, wie schon zu vorosmanischen Zeiten. Die vom Sultan privilegierten, hier lebenden Griechen nannte man Phanarioten. Entsprechend waren der orthodoxe Glaube, die Kultur und das Erziehungssystem stark griechisch dominiert. Der griechische Klerus profitierte also von der Aufhebung der Autonomie der nichtgriechischen Kirchen.