Saturday, November 5, 2011

Als die Türkenschwemme ihren Anfang nahm




Vor 50 Jahren schloß die Regierung Adenauer das Anwerbeabkommen mit der Türkei ab
 Im Spätherbst 1961 wurde auf Druck verschiedener Interessengruppen das deutsch-türkische Anwerbeabkommen unterzeichnet. Ursprünglich sollte die Aufenthaltsdauer der „Gastarbeiter“ auf zwei Jahre begrenzt sein. In Wirklichkeit begann die türkische Landnahme.

Die Initiative zum Abkommen ging in erster Linie von der Türkei aus, die ihren anatolischen Bevölkerungsüberschuß loswerden und damit ihren verstopften Arbeitsmarkt entlasten wollte. Ankara hoffte durch die Geldüberweisungen der Auslandstürken auch auf die Verbesserung der türkischen Handelsbilanz und einen Wissenstransfer ins Heimatland. Schon damals hatten die Türken die Vereinigten Staaten an ihrer Seite, die ihren NATO-Verbündeten durch eine Arbeitskräfte-Verschiebung in das Wirtschaftswunderland ökonomisch stabilisieren wollten. Das Bonner Außenministerium machte sich diese interessengeleiteten Überlegungen schnell zu eigen und überwarf sich mit dem Arbeitsministerium, das die gezielte Anwerbung fremdländischer Arbeitskräfte anfänglich kritisch sah, solange die deutsche Arbeitskräfte-Reserve noch nicht ausgeschöpft war. Schon bald gab das Arbeitsministerium aber nach. Geostrategische Planungen der USA und außen- wie wirtschaftspolitische Ziele der Türken steckten somit das Feld ab, in dem sich die auslandshörige Bundesregierung unter Konrad Adenauer (CDU) bewegte und 1961 das Anwerbeabkommen unterzeichnete.
Ethnische Zersetzung der Deutschen
Hinter der Türken-Anwerbung in der 1960er Jahren stand maßgeblich auch die deutsche Industrie. Die Bundesregierung wollte ihre Anwerbeabkommen zuerst auf europäische Länder beschränken. Daß sie sich dann doch für die folgenschwere Invasion von Türken entschied, in deren Folge die Ausländerzahl in der BRD von 700.000 (1961) auf drei Millionen (1971) stieg, ist dem Druck der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände geschuldet. Heute sind bereits mehr als 19 Prozent der hiesigen Wohnbevölkerung nichtdeutscher Abstammung – in der Altersgruppe bis 24 Jahre liegt der „Migrantenanteil“ schon bei über 28 Prozent. Die ethnische Zersetzung und Auflösung des deutschen Staatsvolkes ist also im vollen Gange.
Industrielle forderten die Bundesregierung damals auf, die im Anwerbeabkommen festgelegte Befristung der Aufenthaltserlaubnis mit einer Art Personalrotation zu streichen. Der frühere Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Josef Stingl, stellte fest: „Damals haben Herr Schleyer und mit ihm die meisten Arbeitgeber eine solche Politik der Rotation aber abgelehnt, weil er sagte, das kostet uns viel Geld, da müssen wir alle fünf Jahre neue Leute anlernen.“ Der türkische Familiennachzug, der eindeutig zu Lasten der sozialen Sicherungssysteme ging und geht, wurde von den Arbeitgebern ernsthaft als „in deutschem Interesse“ dargestellt. „Je mehr der ausländische Arbeitnehmer von der Last und den Sorgen der Familientrennung befreit ist, desto mehr wird es sich im Betrieb und in der Gesellschaft wohlfühlen“, mutmaßte eine Verbandspublikation 1976.
Das Profitkalkül der Arbeitgeber
Profitmaximierung durch Import von Lohndrückern stand für die Wirtschaftslenker schon damals über den Arbeitsplatzinteressen der Deutschen. Somit war das Anwerbeabkommen auch argumentativ die Blaupause für alle seitherigen Bemühungen, ausländische Arbeitsplatz-Konkurrenten ins Land zu holen, um deutsche Arbeitnehmer gefügig zu machen. In den 1960er Jahren wurde die Anwerbung von Ausländermassen noch mit einem vorgeblichen Arbeitskräfte-Mangel begründet; die Denkweise heutiger Wirtschaftslobbyisten und ihrer Erfüllungspolitiker ist die gleiche, aber die Argumentation wurde etwas verfeinert. Angesichts von nach wie vor Millionen Arbeitslosen – die offiziellen Statistiken rechnen ja die ganzen Mini-Jobber, Frührentner, Umschüler und Menschen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen heraus – und Millionen quasi-ausgebeuteten Niedriglöhnern ist nun nicht mehr von einem generellen Mangel an Arbeitskräften die Rede, sondern von den mythenumwobenen ausländischen „Fachkräften“, die Deutschland so dringend brauche.
Alles soll zirkulieren und von einem Ort zum anderen vagabundieren: Waren und Kapital, Dienstleistungen, Wissen und Arbeitskräfte. Die Verschiebung von Arbeitskräften soll deren Angebot vergrößern, damit Arbeitgeber die Löhne und Sozialleistungen ihrer deutschen Beschäftigungen drücken können, da das ausländische Import-Proletariat ja schon vor den Firmentoren wartet.
Es gibt somit Profiteure des Wanderzirkus von Arbeitskräften, der durch das Anwerbeabkommen mit der Türkei eingeläutet wurde. Die Leidtragenden dieser planvollen Entwicklung sind aber die deutschen Arbeitnehmer und Arbeitsuchenden und der Sozialstaat, auf dessen Kosten die meist minderqualifizierten Fremden samt Familien leben. Auch hier gilt: Die arg begrenzten Gewinne der Arbeitsmigration wurden und werden privatisiert, die immensen Kosten aber sozialisiert! Damals wie heute kämpfen die Globalisten für den ungezügelten Verkehr von Waren und Kapital, Dienstleistungen und eben auch Arbeitskräften. Ziel ist der Weltarbeitsmarkt, in dem die National- und Sozialstaaten als Garanten nationaler Solidarität und sozialer Gerechtigkeit ausgedient haben.
Da verwundert es nicht im Geringsten, daß der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan anläßlich des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens Deutschland besuchte und die Bundesregierung aufforderte, sich für die Aufnahme der Türkei in die sowieso schon krisenzerrüttete Europäische Union einzusetzen. Das wäre die tödliche Endkonsequenz dessen, was vor 50 Jahren seinen Lauf nahm.

Jürgen Gansel, MdL