Tuesday, October 27, 2009

Der Spaltpilz in der jüdischen Schuldkult-Zentrale




Publizist Henryk M. Broder will Vorsitzender des Zentralrats der Juden werdenAm 19. Juli 1950 wurde die wahrscheinlich mächtigste, in jedem Fall aber verbal-aggressivste „Institution“ der jungen Bundesrepublik gegründet: der Zentralrat der Juden in Deutschland. Dankenswerterweise sehen auch die dort organisierten jüdischen Gemeinden grundsätzlich Trennendes zwischen Juden und Deutschen, ansonsten würde ihre Repräsentanz ja „Zentralrat der jüdischen Deutschen“ heißen. Ehrlich wäre es, wenn diese Interessenorganisation „Zentralrat der Juden gegen Deutschland“ hieße. Schließlich nehmen die Zentralratsjuden selbst die vierte deutsche Nachkriegsgeneration in eine groteske, aber für sie nützliche Schuldknechtschaft. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Ausspruch des langjährigen israelischen Außenministers Abba Eban: „There’s no business like Shoah-Business.“ In seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ gab Norman Finkelstein zu Protokoll: „Die Holocaust-Industrie instrumentalisiert den Völkermord an den Juden und beutet das Leid der Opfer aus. Immer neue Entschädigungsforderungen werden gestellt, von denen die Opfer aber kaum Nutzen haben. Jüdische Verbände nutzen ihre moralische Macht zu politischen Erpressungsmanövern. Das Gedenken an den Holocaust hat sich losgelöst von dem tatsächlichen Verbrechen und dient als Druckmittel – um Israels Politik gegen jede Kritik zu immunisieren, um die Defizite der USA in der eigenen Menschenrechtspolitik zu verschleiern, um das ‚Shoah-Business’ am Laufen zu halten.“Egal wie die Zentralratsvorsitzenden auch hießen – ob Heinz Galinkski oder Ignatz Bubis, ob Paul Spiegel oder die noch amtierende Charlotte Knobloch: für sie war der Zentralrat die nachkriegsdeutsche Schattenregierung, die Schuldkult-Zentrale mit angemaßtem Opfermonopol, die Inquisitionsbehörde zur moralischen Ächtung und strafrechtlichen Verfolgung unliebsamer Meinungsäußerungen. Nachdem der Zentralrat jahrzehntelang als geschlossener Interessenblock den Deutschen gegenübertrat, tun sich in den letzten Jahren immer mehr handfeste Gegensätze im Dachverband der jüdischen Gemeinden auf. Diese Bruchlinien verlaufen vor allem zwischen den „Alteingesessenen“ und den jüdischen Zuwanderern aus der früheren Sowjetunion. Seit Beginn der 1990er kamen – angelockt durch vielfältige staatliche Privilegien – offiziell mehr als 75.000 Sowjet-Juden in die Bundesrepublik. Diese Minderheit wurde in vielen jüdischen Gemeinden aber schnell zur Mehrheit und dominiert mittlerweile die Gliederungen des Zentralrats. Hinzu kommen die Gegensätze zwischen den 110.000 gemeindlich organisierten Juden und den 80.000 Juden ohne Gemeindezugehörigkeit. Schließlich gibt es einen Grundsatzstreit über das Selbstverständnis des Zentralrats, der sich bislang als verbohrter Verteidiger des israelischen Staatsterrorismus, als Dauerankläger der Deutschen und als Fürsprec her hemmungsloser Multikulturalisierung verstand. Der Publizist Henryk M. Broder stellt nun alarmiert fest, daß sich der Zentralrat dadurch ins gesellschaftliche Abseits manövriert: „Die offizielle Vertretung der Juden in Deutschland befindet sich in einem erbärmlichen Zustand.“ Deshalb will er mit einigen Unterstützern die Ausrichtung des Zentralrats ändern. Das folgt dem Motto: Es muß sich etwas ändern, damit alles beim Alten bleibt – will heißen: damit der Zentralrat ein Einflußzentrum bundesrepublikanischer Politik bleibt.Dieser Tage erklärte Broder nun im „Tagesspiegel“, daß er seine Kippa in den Ring werfe, um Charlotte Knobloch im nächsten Jahr an der Spitze des Zentralrates zu beerben. Um für dieses Hoheamt der Canossa-Republik kandidieren zu können, muß man der Repräsentantenversammlung einer jüdischen Gemeinde angehören und von dieser nominiert werden. Nachdem zwei Gemeinden ihre Unterstützung zugesagt haben, ist Broder wild entschlossen, oberster Zentralratsjude zu werden. Sein Programm bricht in weiten Zügen mit dem bisherigen Selbstverständnis der Zentralrats-Krakeeler vom Schlage eines Stephan Kramer, der jüngst durch seinen Hitler-Sarrazin-Vergleich von sich reden machte, und ist deshalb ein politischer Sprengsatz für die Schuldkult-Zentrale. Im „Tagesspiegel“ erklärte Broder: „Als Präsident des Zentralrates werde ich für ein Ende des kleinkarierten Größenwahns sorgen, der sich immer mehr zumutet, als er zu leisten in der Lage ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet. Wir brauchen nicht noch mehr Holocaustmahnmale und Gedenkstätten, sondern eine aktive Politik im Dienste der Menschenrechte ohne politische Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen. Wer vom Kampf der Dissidenten in China und der Verfolgung der Baha’i im Iran nichts wissen will, sollte auch am 27. Januar und am 9. November zu Hause bleiben.“Solche forschen Töne dürften zahlreiche „Auserwählte“ um ihren Schlaf bringen. Gleiches gilt aber auch für die Funktionäre des anderen Zentralrats, nämlich dem der Muslime. Zwar beteuert Henryk Broder, daß er sich „um gute Beziehungen zu den in Deutschland lebenden Moslems bemühen“ will – ausgenommen natürlich „religiöse Eiferer“ und „türkische Nationalisten“. Aber diese Friedenssignale werden bei den mehr als vier Millionen Muslimen auf deutschem Boden kaum ankommen, weil Broder sich seiner Islamkritik schon zu klar positioniert hat. Broder würde auf den Schwelbrand des jüdisch-islamischen Konfliktes deshalb wie ein Brandbeschleuniger wirken. Das wäre auch zu wünschen, damit der faule Scheinfrieden der multiethnischen und multikulturellen Endzeitgesellschaft das verdiente Ende findet. Lange waren Juden die eifrigsten Befürworter der Multikulturalisierung, weil sie glaubten, sich in dieser entnationalisierten und damit entsolidarisierten Gesellschaft wie Fische im Wasser bewegen zu können. Da der aggressive Islam in Europa immer mehr Oberwasser bekommt, beklagen prominente Juden plötzlich die Multikulti-Geister, die sie selbst riefen. Seit sie im Gefolge der Multikulturalisierung eine massive Islamisierung erkennen, fühlen sie sich in der Bunten Republik Deutschland gar nicht mehr so wohl und schlagen Töne an, die sie selbst vor wenigen Jahren noch als „ausländerfeindlich“ verteufelt hätten. Besonders Broder nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und klagt in seinem Buch „Hurra, wir kapitulieren“ die Verständnishuberei der ewigen Ausländerfreunde an: „Heute dagegen bedeutet ‚Migrationshintergrund’ eine Art Freifahrtschein für alle Fälle. Wer einen ‚Migrationshintergrund’ hat, der braucht nur noch in ganz extremen Fällen einen Anwalt, zum Beispiel wenn er einen Filmemacher auf offener Straße abschlachtet. Bei minderen Vergehen gegen Recht, Gesetz und Ordnung reicht der Hinweis auf den ‚Migrationshintergrund’ gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit, um weitgehend Empathie mit dem Täter, Kritik am Verhalten des Opfers und die bewährte Frage zu evozieren: Was tun wir ihnen an, daß sie uns so hassen?“ Broder wirft den Multikulturalisten eine „groteske Umkehr von Ursache und Wirkung“ vor, wenn die Einwanderungsgesellschaften statt der Moslems für das Scheitern der ersehnten „Integration“ verantwortlich gemacht werden. Über die Gutmenschen schreibt er: „Sie haben für alles Verständnis, was die Underdogs der Geschichte, die Opfer der Globalisierung und die Invaliden des Fortschritts anstellen.“ Das und die Kapitulationsbereitschaft der „Appeaseniks“ führe dazu, daß „die islamischen Fundamentalisten den Westen für schwach, dekadent und nicht einmal bedingt abwehrbereit“ halten. Wenn Juden plötzlich die Wehrhaftmachung Europas fordern und heilige Kühe der multikulturellen Systemdoktrin schlachten, dann muß ihnen die Angst im Nacken sitzen. Zweifellos ist es die Furcht vor einer durch Islamisierung aus dem Ruder laufenden Multikulturalisierung. Dabei bleibt ein Henryk Broder natürlich Anhänger der postnationalen Überfremdungsgesellschaft, nur will er den Islam als Gegenspieler des Judentums um nichts in der Welt gestärkt sehen. Die Gründe für die Kritik an der permissiven Ausländerpolitik der Herrschenden sind schnell benannt: Juden geraten immer häufiger ins Visier moslemischer Nachwuchsschläger, die Juden attackieren, weil sie Juden sind. Dann trägt die Islam-Lobby den israelisch-palästinensischen und israelisch-iranischen Konflikt nach Europa, politisiert die hiesige Öffentlichkeit und bildet damit einen Gegenpol zur Israel-Lobby. Infolge dessen wittert Broder eine grassierende Judenfeindschaft, die sich oft als Israel-Kritik tarne. Wie die Amerikaner brauchen auch die Juden für ihre brüchige Selbstlegitimation und moralische Selbsterhöhung ständig ein Feindbild. Was früher die deutschen „Faschisten“ waren, sind heute die „Islamofaschisten“. Deshalb warnt Broder vor muslimischen „Holocaustleugnern, Judenhassern und Völkermord-Ankündigern“. Für Juden ist es natürlich eine gruselige Vorstellung, daß nebenan ein arabischer Völkermord-Lüstling wohnen könnte, der ihnen überdies noch ihr angemaßtes Monopol als Opfer der Weltgeschichte streitig macht. Und hier kommt ein letztes Motiv für die ungewohnte jüdische Multikulti-Kritik ins Spiel: Mitleidskonkurrenz und Opferneid. Nach Kriegsende konnte nicht nur die eigentliche „Holocaust-Industrie“, sondern auch jeder einzelne Jude auf das ungeteilte Mitleid der Welt und den sich lohnenden Opferbonus zählen. Angesichts der Leiden der Palästinenser und der ärmlichen Lebensbedingungen in großen Teilen der islamischen Welt ist den Juden eine Mitleids- und Opferkonkurrenz erwachsen, die ihre Identität ins Mark trifft. Dem jüdischen Leitintellektuellen Henryk Broder scheint zu dämmern, was die multikulturelle, multiethnische und multireligiöse Gesellschaft wirklich bedeutet: daß dort nebeneinander und gegeneinander lebt, was weder zusammengehört noch zusammengehören will. Sollen Juden und Muslime ihre Konflikte unter sich austragen – und das möglichst weit weg von Deutschland und Europa. Ein Zentralratsvorsitzender Broder wäre die Lunte für dieses Pulverfaß.


Jürgen Gansel, MdL